Soziale Arbeit
Von einem, der auszog "Sozialarbeit" zu lernen

Max ist 27 Jahre alt und hat in seinem Leben schon einiges gemacht. Er hat eine Ausbildung in Marketingkommunikation, hat eine Weile in der Werbung gearbeitet. Aber auch als Paketzusteller oder Barkeeper – als Backpacker in Südamerika stand er hinter dem Tresen und zuletzt hat er für Timo Hildebrandts Restaurant „Vhy“ die Bar aufgebaut. Doch irgendwie hat ihm das noch nicht gereicht, er wollte etwas Nützliches, etwas Sinnstiftendes machen und so beginnt er als dual Studierender ein Studium zum Sozialarbeiter. Das Studium mit einem internationalem Praxisteil ermöglicht und finanziert die Stiftung „Kinder fördern – Zukunft
stiften“ in Kooperation mit der DHBW, der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Stuttgart.


Max startet sein Studium mit einer großen Herausforderung. Er beginnt seine erste dreimonatige Praxisphase gleich in Namibia. Wohlgemerkt befinden wir uns in Corona-Pandemie-Zeiten, doch das ist für Max kein Hinderungsgrund. Im Rahmen des „Aussenkehr Project“ landet er erstmal in einer Klinik, in der er auf kranke, teilweise traumatisierte Mädchen und Frauen trifft. In der Klinik soll Max sein Wissen als künftiger Sozialarbeiter
erweitern. Max krempelt also die Ärmel hoch, ruft seinen Professor an der DHBW in Stuttgart an und erhält innerhalb kürzester Zeit das passende Fachwissen verabreicht um engagiert anpacken zu können. Wie Max selbst sagt: „Es gab keine Chance für Berührungsängste“ und so entwickelt er sich schnell zum Vollblut-Sozialarbeiter. Und das ganz intuitiv.

 

Seine Sozialarbeit in Namibia ist so aufgeteilt, dass er jeweils drei Tage in der Klinik arbeitet und zwei Tage in der Schule. An der Grundschule der Aussenkehr-Farm engagiert er sich am Nachmittag mit den Kindern beim Lesen und Schreiben aber auch sportlich mit Netzball. Mit den Kindern möchte er den brachliegenden Schulgarten wieder aufbauen. Eine Kooperation mit der dort ansässigen Weinplantage ist geplant, dem wichtigsten und größten Arbeitgeber in dieser Gegend. Die Grape company soll mit Workshops beim Schulgarten unterstützen, sodass bald schon Kürbisse und Melonen, aber auch Trauben gedeihen können. Mit den Kindern wurde bereits ein Komposthaufen angelegt und so lernen die Schüler nicht nur den Ackerbau kennen, sondern auch gleich noch nachhaltige Permakultur.

 

Max will den Schülern, die am wenigsten Chancen haben eine weiterführende Schule zu besuchen, die Möglichkeit eröffnen zumindest eine Arbeit in den Weinplantagen zu bekommen. Mit der Stiftung „Kinder fördern – Zukunft stiften“ ist er im Austausch, was gegen den ständigen Hunger der Schüler unternommen werden kann. Der allmorgendlich in der Schule ausgegebene Maismehlbrei Pap ist oft die einzige Mahlzeit der Kinder. Sie nennen ihn "Shirumbu – the white guy".

 

Jedes Wochenende findet um 17.00 Uhr auf dem Mainplatz des Settlements das Fußballtraining der Mannschaft „Seven Stars“ statt. Jedes Mal ist es ein großes Ereignis, wenn trainiert wird, und viele kommen zum Zuschauen. Max kickt mit und wird schnell Teil der Mannschaft. Sie nennen ihn „Shirumbu“, was white guy bedeutet und alle freuen sich und grüßen ihn auf der Straße. Schnell bringt ihm das einen hohen Bekanntheitsgrad innerhalb derCommunity ein. So kann er einfacher mit den Familien in den Townships in Kontakt zu treten.

 

Für Max ist es wichtig zu erfahren, in welchen Familien die Schüler aufwachsen. Möchte er sich doch am stärksten um die unterprivilegiertesten unter ihnen kümmern, um nachhaltig zu helfen. Was dabei hilft, ist, dass er im Rahmen seines Studiums über einen Zeitraum von drei Jahren immer wieder nach Namibia kommen wird. Das bringt ihm einen Vertrauensvorschuss bei den Familien und die Chance, gemeinsam mit der Stiftung in Aussenkehr noch mehr zu bewegen.


Und was hat Max für sein nächstes Praxissemester im Mai 2022 geplant? Er sucht noch nach einem Sponsoren für die Fußballmannschaft „Seven Stars“. Gerne würde Max mit Fußballschuhen für die Jungs nach Namibia zurückkehren...

Stand Januar 2022

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