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Leseheimat
Wenn Geschichten zur Zuflucht werden

Die Initiative "Leseheimat" wurde im Jahr 2015 von der Stiftung Kinder fördern – Zukunft stiften in Kooperation mit der Stuttgarter Stadtbibliothek und dem Stuttgarter Vorleseprojekt  Leseohren e.Vins Leben gerufen. Ihr Ziel ist es einerseits geflüchteten Kindern durch Vorlesen die deutsche Sprache näher zu bringen und gleichzeitig einen Rahmen zu schaffen, in dem die Kinder für ein paar Stunden ihre Ängste und Sorgen, ihr Heimweh und auch die Ungewissheit über die Zukunft vergessen können.

Kinder zwischen fünf und 13 Jahren werden von ihrem Flüchtlingsheim am Nachmittag abgeholt und fahren in einem ausschließlich dafür organisierten Bus als kleine Gemeinschaft von ca. 20 bis 30 aufgeregten, neugierigen und kleinen Persönlichkeiten in die Stadtbibliothek Stuttgart. Im Kinder- und Jugendbuchbereich angekommen, werden die Kinder in Gruppen eingeteilt. "In eine Gruppe kommen nur so viele, wie auf dem „Schoß“ der Lesepaten Platz haben", so das Motto des Leseohren e.V.  Die auf das Vorlesen von geflüchteten Kindern geschulten Lesepaten lesen und erklären aus Büchern, die nach Alter und Sprachkenntnissen vorab gezielt ausgewählt wurden. Die Themeninseln des Kinder- und Jugendbuchbereiches bieten ein ideales Umfeld, ruhiges Rückzugsgebiet und die perfekte Grundlage für erste Spracherfahrungen.

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Die Vorlesestunden finden 14-täglich statt und werden 4- bis 5- mal pro Flüchtlingsheim wiederholt. Das führt dazu, dass die älteren Kinder während dieser Zeit das Vertrauen gewinnen, zukünftig auch ohne Begleitung die Angebote der Stadtbibliothek zu nutzen. Zum Abschluss der Leseheimat-Veranstaltungen eines Heimes erhält jedes Kind ein Buch, das es sich aus einer Wunschliste aussuchen kann. Leseheimat sucht Vorlesepaten, die einmal pro Woche Kindern aus Flüchtlingsfamilien in der Stadtbibliothek Stuttgart vorlesen. Die Vorlesepaten werden vor ihrem Einsatz von Fachleuten geschult und können so gezielt auf die Bedürfnisse der Flüchtlingskinder bei der Vermittlung der deutschen Sprache eingehen.

 

Darüber hinaus findet mit Unterstützung von Prof. Dr. Jürgen Belgrad von der Pädagogischen Hochschule Weingarten eine wissenschaftliche Begleitung dieses Projektes statt, die es zukünftig erlauben soll, das Projekt auch über die Grenzen Stuttgarts hinaus anbieten zu können. Dabei geht es darum, wie durch „gestisches Vorlesen“ das Thema Lesen kulturübergreifend genussreich erlebt werden kann. 

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„Wie die Welt von morgen aussehen wird, hängt in großem Maß von der Einbildungskraft jener ab, die gerade jetzt lesen lernen.“ (Astrid Lindgren)

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